BuGonTour
Kapstadt – Windhoek 2008

 

Um es vorweg zu nehmen, die Tour war nicht einfach eine Motorradtour, es war  kleine Weltreise in 14 Tagen oder wie Ian sagte „every day is different“. Es war etwas besonderes auch weil ich 50 wurde. Geburtstag in der Wüste, auf der anderen Seite der Erde.
Schon im Vorfeld hatten uns einige Motorradfahrer in verschiedenen Foren ihre positiven Erfahrungen mit Gravel Travel geschildert und schließlich hat der Kontakt mit ehemaligen Teilnehmern beim Gravel-Travel-Treffen in Wriedel-Brockhöfe unseren Entschluss unterstrichen, die Tour zu machen

Ankunft 4.11

Mit dem ICE um 11:24 sind wir eigentlich viel zu früh in Hamburg los gefahren, immer mit der Unsicherheit ob die ICEs pünktlich fahren und auch pünktlich ankommen. Verspätet aber immer noch viel zu früh kommen wir am Flughafen in Frankfurt an. Lange warten wir in der Abflughalle und beobachten immer wieder die Abflugtafel, die sich regelmäßig neu sortiert. Um 19:00 checken wir ein und treffen auf andere Motorradfahrer. Uwe, Felix und Johannes stehen vor dem Schalter. Der Abflug geht um 22:30 Uhr, immer noch viel Zeit und wir trinken ein Bier und ein Weizen zu je 5,80€, Flughafengastronomie weiß was der „Abflieger“ will ?!
Pünktlich um 22:30 startet die Maschine der Air Namibia und wir schlafen nach dem Essen und ein paar Plastikbecher Wein bis zum Morgen.
5.11
Nach dem Frühstück landen wir in Windhoek, wir sind in Afrika. Über den Transitschalter ging es gleich wieder zurück auf das Rollfeld und wir steigen in eine kleinere Air Namibia Maschine Richtung Kapstadt. Mit einem Zwischenstopp in Walvisbaai landen wir schließlich mit etwas Verspätung in Kapstadt.
Frauke und Ralf empfangen uns am Flughafen, wir tauschen bzw. holen uns Geld aus dem Automaten und fahren mit den anderen Gravel-Travelern durch Kapstadt in unser Hotel Winchester Mansions.
Zwischendurch erzählt uns der Fahrer im Vorbeifahren von den Townships und zeigt mit Stolz, das im Bau befindliche WM-Stadion. Er ist sich sicher dass es 2010 bespielbar ist.

Training und Kapstadt-Sightseeing  6.11.

Nach dem sehr gutem Frühstück treffen wir uns in der Bar. Ralf erklärt die Formalitäten, Mietvertrag für das Motorrad, Haftungsausschlusserklärung und ein Merkblatt über das Fahren in Südafrika und Namibia. Danach gehen wir an die Motorräder und Ralf erklärt uns das GPS sowie ein paar technische Details an den Maschinen.
Um 10:00 geht´s los, erst mal „onroad“. Wir fahren zu einem ca. 40km entfernten Crossbahn und Ralf gibt ein paar Tipps zum Fahren im Gelände. Wir drehen unsere Runden auf lockerem Sand sowie durch ein wenig Tiefsand. Das Stehen auf dem Motorrad war nicht so gelungen, doch sonst war Ralf mit unseren Fahrleistung schon zufrieden und er meinte wir dürften auf der Tour keine Probleme haben.

Nach der Rückfahrt zum Hotel gehen wir auf Sightseeingtour. Auf Empfehlung von Ralf haben wir die „rote Buslinie“ gewählt, die uns eine Schnellüberblick durch und um Kapstadt zeigen soll. Die Tour führte uns an die Waterfront. Durch diverse Stadtteile, zum Tafelberg, zum Lionshead und an der Küste zurück zum Hotel.

Gegen 17:00 waren wir wieder zurück und trotz einiger Regentropfen setzen wir uns in den Innenhof des Hotels und bestellen Kaffee und Scones für Barbara und ein Windhoek-Lager für mich. Es fängt richtig zu regnen an und die Bedienung wundert sich, dass wir unter dem Schirm sitzen bleiben. Unsere Erklärung, wir wären den Regen gewöhnt erntet beim Personal nur ein undurchsichtiges Lächeln, trotzdem bekommen wir unsere Getränke und Scones im Regen unter dem Sonnenschirm serviert.

Um 19:30 treffen wir uns dann mit den anderen vor dem Hotel und fahren durch Kapstadt zu einem urigen Restaurant „Panama Jacks Taverna Live Lobster“ im Industriehafen. Ganz leckere diverse Fischgerichte wurden serviert, dazu noch Bier und die Welt war in Ordnung.

von Kapstadt nach Hermanus  7.11.

Nach dem Frühstück und dem Packen geht es auf die erste Etappe unserer Tour: über Cape of Hope nach Hermanus. Leider war der Chapman´s Peak geschlossen und wir mussten einen auch recht netten Umweg im Landesinnere machen. Wieder zurück an der Küste beobachten wir die gigantische Brandung und wunderschöne Strände. Die XTs laufen gut und wir erreichen die Zufahrt zum Cap Point. Bevor wir den Eintritt zahlen beobachten wir die „wilden“ Paviane, die gerade einen Bus belagern. Wir treffen uns mit der Gruppe gegen 12:30 am Holzschild Cape Hope zum obligatorischen Foto.
Das Kap der Guten Hoffnung ist nicht der südlichste Punkt Afrikas sondern nur der südlichste Punkt der Kaphalbinsel. Geographisch ist das Kap Agulhas tatsächlich der südlichste Punkt Afrikas.

Ralf erklärt die weitere Route, mahnt gleichzeitig nicht an den an der Strasse liegenden Townships anzuhalten. Wir fahren zurück auf die Haupstrecke , raus aus dem Naturreservat und treffen auf eine Straußenfamilie, die aber schnell den Abhang herunter flüchtet, nachdem wird die Kameras parat hatten.
Wir umfahren den False Bay und die Küste ist gigantisch. Vor Summerset West fahren wir an einem Township vorbei, 1 Millionen Menschen sollen hier leben, eine riesige Fläche an kleinen Hütten aus Wellblech und irgend welchen Schrottmaterialien, soweit das Auge reicht. Am Rande der Fläche stehen zig „Dixie-Klos“.
Wir fahren kurz auf die N2 und finden aber schnell die R44 die uns wieder an die Küste führt. In Kleinmond treffen wir wieder auf andere Mitfahrer an einem Café und beim tanken.

Kurz darauf treffen wir in Hermanus ein, unser Hotel liegt direkt am Meer. Vom Balkon unseres Zimmers aus haben wir einen herrlichen Blick auf die Bucht, die regelmäßig von Walen besucht wird. Wir haben Glück und können mindestens 5 Stück zählen. Es ist wunderschön das Meer und die Wale zu beobachten, so das Barbara erst kurz vor dem Abendessen die Motorradsachen gegen „Zivilkleidung“ tauscht

Zu Fuss gehen wir in den Ort zum Italiener, wieder erwartet uns eine freundliche Bedienung und serviert wieder gutes Essen in sehr gemütlicher Atmosphäre.

von Hermanus nach Stellenbosch 8.11

Nach dem Frühstück stehen wir an der Bucht und suchen die Wale, sie sind weg. Um 8:30 ist Tourbesprechung und um 9:00 Abfahrt.

Über kleine sehr gut befahrbare Schotterstraßen geht es zunächst zum Kap Agulhas, der südlichste Punkt Afrikas und die geographische Grenze zwischen dem Atlantischen und dem Indischen Ozean. Nach kurzer Pause am Hinweisschild des Kaps schauen wir uns noch den Leuchtturm von Kap Agulhas an, der nun ein Museum und ein Café beherbergt.

Wir fahren zurück durch den Ort und auf langen geraden Straßen durch eine Ebene mit landwirschaftlich genutzten Flächen. Die Getreideflächen sind abgeerntet und das Stroh liegt in langen geraden Reihen, ziemlich gerade und ordentlich auf dem Feld. Dann geht´s wieder über Schotter zur Künstlerstadt Greyton und weiter zum Theewaterskloof Damm. Kapstadt wird von diesem Stausee mit Wasser versorgt.
Schließlich erreichen wir den Franchhoek Pass in schön geschwungegen schnellen Kurven, welche die XT sehr gut meistert. Wir fühlen uns etwas an die Seealpen erinnert. Vom Pass aus haben wir einen herrlichen Blick auf Franchhoek und die Ebene rund um Franchhoek . Nach kurzem Halt in Franchhoek treffen wir beim privaten Weingut und Gästehaus Rozendal in Stellenbosch in den Western Cape Winelands ein. Ein kurzer Sprung in den Pool und wir sitzen, die Abendsonne geniessend auf dem Balkon unseres Zimmers.

Zum Abendessen gibt es eine Spezialität des Hauses, Vinegar, den man in den Mund nimmt und erst herunterschluckt wenn er weich geworden ist – muss nicht jeder mögen – regt aber die Magensäfte an, zur besseren Bekömmlichkeit des dann folgenden Essens, das fast ausschliesslich aus selbsterzeugten Produkten besteht Das Menü war einzigartig und der hauseigene Wein passt hervorragend zum Essen.

von Stellenbosch nach Clan Williams 9.11

Zum Frühstück werden wir von Joseph bedient, er liebt Trikots von allen Fußballmannschaften der Welt, insbesondere Bayern München. Er bringt auf Bestellung Rührei, Spiegelei und gekochtes Ei mit einem witzigen Akzent, [Ruuooaah…eiiii] [Ssssbbbiiigle..ei] wenn jemand kein Ei will, gibt es ein Nullei.
heute fahre ich nach Roadbook, parallel zum GPS kann es informativ sein und ich habe es mir ausgeschnitten und werde mal sehen wie es klappt.

Auf dem Weg Richtung Franchhoek und weiter nach Paarl fahren wir mitten in einem Fahrrad-Straßenrennen mit, auffällig waren die vielen stämmigen Personen, von den man nicht meint, dass sie diese Strecken schaffen, denn es war inzwischen sehr warm geworden. Ian erzählt später das vor ihm ein Fahrradfahrer einfach umgekippt ist. Die Strasse ist traumhaft und wir sehen die riesigen Weinfelder. Über Paarl geht’s nach Wellington. Am Rande der Townships wird eine Messe zelebriert, der Pastor, zwei Messdiener und eine handvolle Leute alle in weiß gekleidet feiern die Messe am Rande der Slums „open air“. Am Straßenrand sitzen viele Schwarze umher, einige grüßen freundlich, einige ballen die Fäuste.

Wir biegen auf die R303 , es geht wieder auf Schotter mit weichem Sand. Wir fahren über den Bain’s Kloof Pass der uns einen herrlichen Blick über Paarl, Wellington and Swartland bietet und uns in die Obstplantagen von Ceres führt. In Prince Alfred Hamlet tanken wir voll und fahren über den Gydo Pass auf schönen Schotterstraßen in hügeliger Landschaft in die Cederberge. Die Landschaft wird rauher und die Schotterpiste auch unangenehmer.
An der Baustelle verpassen wir die Abfahrt nach Clanwilliams und fahren einfach gerade aus. Ein schöner Weg in die Berge, nach ca. fünf Kilometern bemerken wir unsere Irrfahrt und kehren um.

Da wir mal wieder die letzten in der Gruppe sind, haben wir Bedenken das Ralf mit seinem Auto an der richtigen Abfahrt abgefahren ist und nun wir das Schlusslicht bilden. Später stellt sich heraus, wir waren nicht die einzigen. Schließlich erreichen wir die den großen Clanwilliam Damm und die „St du Barry’s Country Lodge“ in Clanwilliam.
Die anderen Mitfahrer sitzen schon im Schatten mit einem Windhoeklager in der Hand. Wir gesellen uns dazu, springen noch kurz in den kleinen kalten Pool und genießen den Schatten unter dem Feigenbaum. Die Gegend ist für ihre großen Obst- und Rooibostee-Plantagen bekannt und der Gastgeber bietet alle mögliche Waren von Seife bis Tee aus Roibusch an.
Das Abendessen wird als Büffet serviert, mit soviel leckeren Sachen das der Magen eigentlich wieder mal zu klein ist. Wir genießen den Rest des Abends noch bei einem gutem Weißwein.

von Clan Williams nach Vensterklip 10.11

Ralf wechselt den Reifen von Daniels Motorrad noch vor dem Frühstück. Da sitzt jeder Handgriff. Wie jeden Morgen geht´s recht pünktlich auf die Etappe, heute nach Elandsbay. Wir fahren zurück zur Baustelle, wo wir uns gestern verfahren hatten und bleiben auf der alten Route bis zum Abzweig nach Wupperthal. Dort erreichen wir eine extrem ausgewaschene Straße durch die Cederberge, mit Stufen, Wasserdurchfahrten und Tiefsandpassagen in einer herrlichen Landschaft. Die Straße ist teilweise nicht mehr erkennbar aber uns gefällt die „Straße“ mit aneinander gereihten Felsen , eben langsames Enduro-Wandern in schöner Umgebung. Was rauf geht muß auch wieder runter. Runter geht’s über eine Betonstrasse, links steil bergab, vor uns, na eben runter.

Als wir in Wupperthal ankommen sitzen die meisten unter dem Baum, trinken kalte Getränke und warten auf den Rest. Kinder sind neugierig und schauen zunächst von weitem, sie trauen sich nicht an die Fremden heran. Irgendwann gibt Barbara einigen einen Keks, „oh Biskuit“ lachen sie und laufen wieder davon, später kommen weitere Jungs und wollen auf die Motorräder, trauen sich aber überhaupt nicht. Der eine schickt den anderen vor, würden gerne aufsteigen aber sobald ich sie anspreche ziehen sie wieder zurück.
Die ehemalige Missionsstation wurde 1829 im Auftrag der Rheinischen Missionsgesellschaft von Johann Gottfried Leipoldt aus Barmen (Wuppertal) gegründet und ist bis heute regionales Zentrum mit Post, Schule, Klinik, Pfarrei, Geschäften und einer Schuh- und Handschuhfabrik.

Nach einer halben Stunde kommt Ralf auf dem Anhänger hat Uwes Motorrad aufgeladen. Uwe hatte einen Stein übersehen und ist gestürzt, dabei ist der Motorseitendeckel gerissen und Öl trat aus. Er selber hatte „nur“ Rippenprellungen, Uwe sagte zwar nicht viel, man konnte ihm die Schmerzen und ein bischen Frust dennoch ansehen.
Wir tranken noch gemeinsam einen Kaffee und fuhren dann weiter über herrliche Schotterstraßen in die Weinanbaugebiete des Olifant Rivers. In der Nähe von Klawer tanken wir und fahren dann wieder auf sehr weicherem Schotter- und Sandpisten weiter. Plötzlich reißt mein Vorderrad aus und ich habe Mühe, dass ich die Kiste nicht wegwerfe, komme langsam zu stehen und sehe den Plattfuß. Barbara fährt weiter und auch Felix und Johannes sausen vorbei. Es dauert nicht lange bis Ralf ankommt, binnen knapp zehn Minuten hat er den Schlauch des Vorderrades getauscht und ich kann weiterfahren. Super Service. Danke noch mal Ralf!
Barbara wartet bei Beginn der Asphaltstraße mit einem glücklichen Blick, 30 km weicher Sand – ohne Sturz.

Noch 100km zur Vensterklipp Farmhouse, eine typisch südafrikanische Lodge.
Die Zimmer sind sehr rustikal ausgestattet, dennoch alles sauber und ordentlich. Das Abendessen findet in einer Art Scheune statt und es war wieder Klasse. An der Wand hängen verschiedene Bilder mit Westernmotiven und eins von Nelson Mandela, der darauf für eine Anti-Aids-Kampagne wirbt.
Zwischendurch kam der Koch und meinte ein Motorrad sei wegen des Windes umgefallen, Joachim beruhigte ihn „it´s sleeping“. Es war Uwes Motorrad das am Boden lag weil Ralf den Seitendeckel mit Kaltmetall versuchte zu flicken, leider hat es nicht gehalten, sodaß Uwe auch am nächsten Tag im Auto mitfahren musste.
Das Abendessen war super, während der Wind durch die Löcher in den Toren pfiff, konnten wir den herrlichen Salat und das leckere Fleisch genießen. Anschließend gab´s noch einen Absacker in der Bar

von Vensterklip nach de Houthopp 11.11

Mein Geburtstag, Barbara weckte mich mit zwei Geschenken und mit einer Kerze und wir frühstücken in der Scheune. Diesmal war das Frühstück nicht so besonders aber auch nicht schlecht, die Jungs gaben sich alle Mühe und gaben ihr Bestes.
Um 8:30 war Abfahrt zur längsten Etappe der gesamten Tour knapp 440 km. Wir fahren zunächst full Speed etwa 120km nach Lutzville auf Asphaltstraße zum Tanken, danach geht es wieder auf Schotter durch das Hardeveld.

Bei Kotzesrus machen wir einen Schlenker, rote Sandstraßen wechseln sich mit Wellblech ab, es wird einsam und durchweg fahren wir so zwischen 65-80km/h. Einige Gatter sind auf dem Weg zu durchfahren, kameradschaftlich hält der ein oder andere das Tor mal auf.Wallekraal wird auf den Straßenschildern schon lange angekündigt, auf dem Roadbook steht „und das ist Wallekraal „ 2 Häuser sind daneben skizziert. Wir sind schneller vorbei als wir dachten und durchqueren schon auf einsamen Schotterpisten das Namaqualand.
Dort biegen wir auch ab nach Soebatsfontein und erreichen die Minengebiete von De Beers. Wir fahren zum Tanken nach Komaggas, die einzige Tankstelle wird von anscheinend besoffenen Männern umlagert. Ein alter Mann sitzt auf der Treppe am Haus und beschimpft irgend jemand, vielleicht auch uns, ein anderer lallt uns an. Kinderspielen im Sand und kommen auch zu uns an die Motorräder, möchten uns ansehen. Offenbar hat die älteste Tochter den Tankdienst, sie macht ihre Sache gut und wir fahren dann durch den Ort zurück zur Hauptstraße, auf die Privatstraße der De Beers. Die Straße ist glatt gewalzt, ein glatter roter Belag liegt wie eine rote Asphaltschicht vor uns. Der Himmel zieht sich dunkel und diesig zu, bitte kein Regen – nicht hier, dann löst sich sicher der rote Lehm und die Piste ist richtig glatt.
Nach über 440km kommen wir in um 17:15 auf dem Gelände der Campingfarm „de Houthoop“ an.
Kleine Hütten auf einem großen Gelände, eine Werkstatt, ein Areal mit verschieden Vogelgehegen und ringsum nichts als ehemalige Diamantenminen von De Beers.
Ralf unternimmt einen weiteren Versuch den Schaden an Uwes Motorrad zu beheben, er kratzt das Kaltmetall ab und versucht den Riss hartzulöten, nachdem der Riss zu ist, schmiert er wieder Hartmetall auf. Am nächsten Morgen ist die Maschine wieder fahrbereit!
Das Abendessen ist draußen angerichtet, auf dem Feuer liegen halbe Langusten, daneben frischen Austern aus Walvis Bai. Die Langustensaison ist zwar noch nicht eröffnet, bzw. wir sind zu früh, aber ……. dazu wurde Salat und selbst gebackenes Brot gereicht. Ralf mahnt: esst nicht soviel Brot. Dann brachte Veronica zusammen mit vier Namas eine Pfanne von ca. 1m Durchmesser, gefüllt mit Muschel, Hakefisch, Brassen, Tiger-Garnelen und so weiter. Ein Wahnsinn. Die muß leer werden, war der Tenor von Ralf, sonst bekommt die nächste Gruppe nur noch die Hälfte. Es hat zwar nicht ganz geklappt aber für die nächste Gruppe ist der Abend gerettet. Das Essen war super gut und ich mag es garnicht weiter beschreiben, noch heute läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Zum Dessert gab es noch Kuchen mit Vanillesauce. – alles super lecker und viel zu viel.

Nach dem Essen habe ich noch eine Runde Schnaps auf meinen Geburtstag ausgegeben, konnte aber bei Veronica keine Geld dafür loswerden. Es war ein toller Tag mit einem super Ausklang, so werde ich gerne 50. In der Nacht hat es angefangen zu regnen und es tropfte auch an einer Stelle durch das Dach auf Barbaras Gesicht – aber es machte uns nichts aus, wenn das alles ist.

 

von de Houthopp über die Grenze 12.11

Es ist stark bewölkt, leichter Nieselregen und wir fahren wie immer um 9:00 Uhr los. Es geht zunächst über eine Farmroad bis zur R355. Eine ziemlich ausgewaschene Piste mit einigen unangenehmen Tiefsandlöchern, auf der R355 über festeren Schotter nach Port Nolloth. In dem kleinen Hafen legen nur Langustenfischer und Diamantensuchboote an, auch hier wird alles von de Beers überwacht. Zuerst wird das Motorrad betankt, anschließend wir in einem Café an der Hauptstraße. Lange bleiben wir bei Kaffee und Eis auf der Terrasse sitzen und schauen uns das Straßengeschehen an. Ein Engländer kommt mit einer baugleichen XT vorbei, hält an und unterhält sich lange mit Ian und Ralf über Veränderungen an der XT. Viele Einheimische gucken uns zweifelnd an und andere grinsen und wir hören ein „nice bikes“. Die 11 Motorräder sehen in Reihe aufgestellt ja auch recht imposant aus, so was kommt wohl nicht oft in dem kleinem Ort vor.

Ralf erklärt die geänderte Route, denn die geplante Route ist aufgrund starker Regenfälle in den letzten Monaten nicht befahrbar und wir fahren eine Variante.
Es geht über 180km auf Asphalt lange gerade aus, durch das Richtersveld, eine sehr karge Gegend mit dem Blick auf die Berge im Hintergrund. Highlight der Strecke ist der Anenous Pass (890m). Wir biegen bei Steinkopf links auf die N7 ab, die uns von der Hochebene 850m langsam in wärmere Gefilde auf 180m ü. NN. zur namibischen Grenze bei Noordoewer bringt. Je tiefer wir kommen, je wärmer wird es auch. Auf der Hochebene war es mit nur 16°C recht frisch, an der Grenze konnte ich immerhin schon 25°C vom Thermometer ablesen.

An der Grenze treffen wir uns alle wieder und wir holen uns die Passierzettel beim Grenzbeamten ab und durchlaufen die 3 Stationen Custom, Zoll und Polizei durch. Wir hatten Glück, die Aktion war sehr schnell erledigt, Ralf erzählte von deutlich längeren Prozeduren, wo jeder sein Gepäck auspacken bzw. vorzeigen musste. Auch der namibische Staatsakt war schnell erledigt, wir füllten das Formular aus und ich fragte mich ob die meine Schrift überhaupt lesen können, egal der Pass ist gestempelt.

Nach dem Tanken fahren wir auf Teer recht zügig weiter bis zu unserer Lodge, der Orange River Carbans Felix Unite. Wir wurden mit kalten Getränken wie dem üblichen Windhoek Lager, Orangensaft und Mix-Getränken empfangen, dazu werden Snacks wie Salzkräcker mit Muschel, Tomaten und Käse, Avocado-Mus und zusammengeklappt mit Tomate und Käse gefüllte Sandwich gereicht. Alles super lecker, die Tabletts waren ziemlich schnell leer.
Nachdem wir die Chalets bezogen haben geniessen wir den Nachmittag in der herrlichen Sonne am Fluss.
Abends wird es frisch, es Wind kommt auf während wir am Tisch sitzen und den Sonnenuntergang beobachten und auf das Essen warten. Es gibt Hühnerhälften auf portugiesischer Art. Es schmeckt absolut Klasse und die Jungs geben sich wirklich Mühe uns den Aufenthalt trotz der aufkommenden Kühle angenehm zu gestalten.
Normalerweise sind hier 40° und hier ist der heißeste Ort auf der Tour, erklärt uns Ralf, doch kaum einer glaubt ihm das.

von Nordoewer nach Lüderitz  13.11

Das Frühstück war mittelprächtig, die beiden Mädchen bereiten jedes Spiegelei und Rührei einzeln her und es dauert lange bis jeder versorgt ist. Brötchen kommen auf Anfrage von Ralf dann auch noch zum Vorschein. Ansonsten gab es wieder das Standardprogramm. Trotz allem fahren wir gut gestärkt pünktlich um 9:00 Uhr los. Entlang des Oranje River durch wunderschöne Landschaft. Die Schotterstraße ist gut befahrbar und die wenigen trockenen Flußdurchfahrten machen Spaß.
Am Ende der Schotterstraße erreichen wir Rosh Pinar und tanken die Motorräder wieder voll. Bei Rosh Pinar wurde ein großes Zinkvorkommen gefunden und die kleine Stadt wandelt sich in eine Boomtown. Die C13, eine für den Zinkabtransport sehr gut ausgebaute Asphaltstraße soll uns nun für 180km über das Huib-Hochplateau führen.16°C und ewig karge Gegend begleiten uns.

Man kann nicht sagen, dass es langweilig ist die ewig gerade Straße zu befahren, die Berge erscheinen immer in einem anderen Licht. In der kargen Wüste sehen wir immer wieder irgendwelche Tiere, meistens laufen Strauße herum.
Die Tour dauert, obwohl wir stetig mit 120km/h unterwegs sind, gefühlt ziemlich lange.
Endlich in Aus angekommen, treffen wir auf die anderen an der einzigen Tankstelle im Ort und im kilometerweiten Umland. Weiter geht’s zur Klein-Aus Vista Lodge, dort essen wir eine Kleinigkeit, ein leckeres Sandwich und trinken Kaffee. Gleichzeitig bewundern wir die Aussicht von der Veranda aus.

Dann fahren wir 120km auf der B4, eine gerade Asphaltstraße, nach Lüderitz. Die 120km zeigen uns eine einsame und unwirtliche Gegend. Ca. 20 km vor Lüderitz sind einige Sandverwehungen an der Straße aufgetürmt, der Wind bläst den feinen Wüstensand über die Straße. Die Sanddünen ragen bis an die Straße. Hier heißt es Visier runter, oder ein kostenloses „Peeling al la Sand“. Lüderitz ist eine Hafenstadt an der Lüderitzbucht und wurde nach dem Bremer Kaufmann Franz Adolf Eduard Lüderitz benannt. In der Stadt selber leben etwa 5.800 Menschen. Bei der Einfahrt sehen wir uns ins letzte Jahrhundert versetzt. Alte intakte Gebäude reihen sich aneinander.

Im Nesthotel das am Ortsrand von Lüderitz liegt werden wir wieder sehr nett empfangen und beziehen unserer Zimmer direkt am Wasser, der Lüderitz-Bucht. Das Wasser ist vom Fenster aus zum Greifen nah. Nach einer Dusche und einem Windhoek Lager gehen wir eine Runde durch den deutsch geprägten Ort spazieren. Über die Bismarckstraße und Kirchstraße zur evangelisch lutherischen Kirche, die auf dem Felsen den Ort überragt. Alle Läden haben schon ab 17:00 geschlossen und wir bummeln wieder zum Hotel, wo das Abendessen a la carte wartet.

von Lüderitz nach Helmeringhausen 14.11

Wir besuchen die seit 1954 gänzlich verlassene Diamantenmienenstadt Kolmanskuppe, eine Geisterstadt. Die Stadt war ein Boomtown nach Fund der ersten Diamanten, die durch Sieben des losen Sandes regelrecht geerntet wurden. Die Stadt hatte alles, eine Stadthalle mit Theater, Kegelbahn, Krankenhaus mit Röntgengeräte, Eismaschine und Kühlhaus für Fleisch, Geschäfte wie Fleischer und Kolonialwaren. Die Röntgengeräte wurden überwiegend genutzt, um den Diamantenschmuggel zu unterbinden. Einige Arbeiter hatten sich die Diamanten unter der Haut eingenäht oder verschluckt, diese wurden kontinuierlich untersucht und gestellt. Wir hatten eine angenehme knapp einstündige Führung durch die Geisterstadt.

Dann geht es weiter, die 110km Asphaltstrecke zurück Richtung Aus. Kurz vorher fuhren wir links ab, um die Wildpferde zu sehen, die sich an einem künstlichen Wasserloch erfrischen. Die Wildpferde sollen Nachfahren der Armeepferde sein, die während der Kolonialzeit per Schiff aus Deutschland angeliefert wurden. Die Pferde wurden in der Nähe der Küste ins Wasser gejagt, um dann an Land wieder eingefangen zu werden. Die Wildpferde sollen entlaufenen Pferden entstammen, diese Pferde haben die Fähigkeit entwickelt eine große Zeitspanne ohne Wasser auszukommen.. Wir sahen nur wenige Pferde und einige Strauße am Wasser. Wieder zurück auf der asphaltierten Straße geht es zügig nach Aus um den Tank der Motorräder wieder zu füllen.

Nachkurzer Pause nehmen wir die C13 Richtung Helmeringhausen. Es ist eine angenehm breite Schotterstraße die wir teilweise mit über 100km/h befahren und bewundern die Gegend. In Fahrtrichtung sehen wir ein Stück entfernt die Tirasberge.
Dann biegen wir auf die Farmroad D425, mit teilweise ausgewaschenen Mulden, teilweise planiert. Einige Passagen sind richtig sandig und so mussten wir uns durch 20-30m langen Tiefsandpassagen wühlen. Arsch nach hinten und Gas, nur so meistert man den tiefen Sand, bei um die 30°C ist es schon mühsam. Schließlich erreichen wir die sandige C14, die trotz der wenigen Flussquerungen auch gut zu fahren ist.
In Helmeringhausen angekommen, tanken wir zunächst voll und kehren in das offenbar frisch renovierte Helmeringhausen-Hotel ein. Nachdem unsere Zimmer bezogen sind, springen wir in den Pool. Während des Abendessens gehen die Blicke immer wieder gen Himmel, es baut sich ein Sternenhimmel auf, den wir in dieser Form noch nie gesehen haben, einfach traumhaft. Joachim erklärt einige Sternenbilder und erkennt auch einige Planeten. Später erscheint der Vollmond, wir erkennen fast jede Kontur des Mondes.

 

von Helmeringhausen in die Namib 15.11

Bis Betta befahren wir eine super Sandpiste, schön fest und wir knallen mit über 100km/h über die Piste, in Betta fahren wir gerade aus, an der Tankstelle vorbei und besuchen das Schloss Duwisib in etwa 20km Entfernung. Der deutsche Adlige Hans Heinrich von Wolf hat sich mit dem Geld seiner amerikanischen Frau ein Schloss gebaut. Leider konnte er nur wenige Jahre dort wohnen, weil er in den 1.Weltkrieg ziehen musste und fiel. Wir treffen uns im Café und genießen den Kaffee und ein Stück Apfelkuchen im Schatten. Am Gatter balzt ein Strauß, den wir aus der Nähe beobachten.

Dann ging es zurück nach Betta zum Tanken und weiter auf die C27 entlang des Naturschutzgebiet Namib-Rand und damit der Grenze zwischen Namib-Wüste und Hochland. Westwärts sehen wir entfernt die roten Dünen der Namib und ostwärts die bizarren Naukluft- und Tirasberge. Teilweise ist die Schotterpiste recht weich und tief, die Motorräder eiern ganz ordentlich über die Straße. In Sesriem tanken wir noch mal die Motorräder auf. Wir treffen Felix und Johannes und erfrischen uns mit einer kalten Coca Cola unter einem schattenspendendem Baum.

Nur noch 20 Minuten bis zur Desert Homestead Lodge und wir fahren so schnell es geht die letzten 30km über die D826 und ein Stück Sandpiste C19. Wir werden mit einem Lächeln und kühlen Getränken an der Lodge empfangen. Die Gepäckstücke werden zu den ganz toll eingerichteten Chalets gebracht und wir genießen mal wieder die Erfrischung am Pool.

Heute sollen es 43°C warm gewesen sein, umso mehr sind wir überrascht, dass es uns gar nicht so heiß war. Klar die weiche Schotterstrecke war schon anstrengend und wir waren auch geschwitzt aber mit den heißen Temperaturen hatten wir nicht gerechnet. Wir genießen den Sonnenuntergang in der Wüste, und sind fasziniert von den in jeder Minute wechselnden Farben und schießen viele Fotos.

Der Blick in die Wüste ist gigantisch, die Farbspiele an den Bergen großartig. Nach Sonnenuntergang wird das Abendmenü serviert und nachdem das Kudusteak verspeist wurde kommen die Bediensteten aus dem Haus und singen und tanzen. Sie singen und trommeln mit viel Spaß über eine halbe Stunde lang und erfreuen die Gäste damit sehr.

von Desert Homestead nach Windhoek 16.11

Am nächsten Morgen stehen einige Frauen bei den Motorräder und wollen mit uns fotografiert werden. Selbstverständlich machen wir mit und wir erkennen wieder viel Gastfreundlichkeit und Freude.
Unsere letzte Etappe der Reise führt uns zunächst über eine gut befahrbare Sandpiste nach Solitaire. Der Ort, der es auf der zu Landkarte einen ansehnlichen Punkt gebracht hatte, besteht nur aus 4-5 Häusern, eine Tankstelle und einem Café. Am Eingangsbereich des Ortes stehen viele alte Autowracks, im Vorgarten des Cafés steht eine XS1100.

Wir machen einen Zwischenstop zum Tanken sowie zum Kaffee und leckeren Apfelkuchen. Einige sind schon wieder losgefahren, wir genießen aber noch den Kaffee und wollen den letzten Tag einfach ruhig genießen. Wir fahren die D1275 entlang der Rantberge zum Spreetshoogte Pass. Es ist eine karge Gegend und der Anstieg zum Pass ist sehr steil, die XTs quälen sich hoch. Vom höchsten Punkt haben wir einen imposanten Ausblick über die Weite der zurückliegenden Namibwüste. Das Foto auf dem Pass ist selbstverständlich.

Hinter Nauchas biegen wir links ab und erreichen die C26. Die Landschaft wird immer grüner und irgendwann steht auf dem Roadbook „ab hier Asphalt“ und es stimmte. Leider! Wir fahren nach Windhoek rein und tanken, die Jungs winken uns so eifrig an die Tanksäule, dass wir uns gar nicht entscheiden können welche Tanksäule wir nun anfahren sollen.
Wir fahren zur 15km entfernten Windhoek Mountain Lodge, dem Sitz von Gravel Travel.

Die Einfahrt zur Lodge bietet noch mal allerfeinsten Schotter, der Weg macht dem Firmennamen alle Ehre. Wir werden von Ute und Volker mit Windhoek Lager begrüßt und kühlen uns zunächst im Pool ab und genießen auch die vorbereiteten Snacks. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben räumten wir unsere Sachen zusammen, reinigen Rucksack und einige andere Kleidungsstücker unter der Dusche. Ian stellt sich praktischerweise direkt mit dem gesamten Motorradanzug unter die Dusche und zieht sich erst draußen aus. Das warme trockene Klima lässt die Klamotten schnell trockenen.

Am Abend gibt es Bushman-Fondue, Kudu Fleisch in heißem Öl gegart, dazu leckere Salate und natürlich Windhoek Lager.
Ralf hat zwischenzeitlich seine Fotos geordnet und zeigt sie auf dem Bildschirm in der Bar. Wir saßen nochlange in der Bar und nahmen langsam Abschied von der schönen Tour.
Das war auch gleichzeitig meine letzte gemeinsame Tour mit meinen Stiefeln, ich ließ meine Stiefel, die mir 12 Jahre lang treu waren zurück.

 

und wir fahren weiter:

von Windhoek zum Waterberg Plateau 17.-18.11

Nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen von der Gruppe, von Frauke und Ralf, von Ute und Volker und von der Gravel-Travel-Lodge. Volker bringt uns zur Europcar-Vermietung nach Klein-Windhoek und wir starten den 2. Teil – unsere Autofahrt zum Etosha-Nationalpark. Es fällt uns schwer den Wechsel vom Motorrad zum Auto zu akzeptieren und es fällt uns schwer die inzwischen liebgewonnenen gewohnten morgendlichen Rituale jetzt nicht mehr zu erfahren.
Zunächst fahren wir zum Waterberg Plateau, dem zerklüftete Waterberg Massiv. Der Weg führt uns über Okahandja, wo wir den Holzschnitzermarkt besuchen. Die Jungs sind uns zu aufdringlich und wir beeilen uns weiter zu kommen.

In der Waterberg Wilderness Lodge angekommen genießen wir einfach die Ruhe, die Stimmen der Tiere am Rand der Lodge.
Es ist alles durchorganisiert und irgendwie missfällt uns das von Anfang an. Dennoch erholen wir uns gut beim Game-Drive, wo wir die auf der Farm lebenden Tiere wie Giraffen, Gnus, Zebras, Antilopen und nicht zuletzt die Rhinos sehen. Auch die Ruhe am Pool kann sehr erholsam sein- und bringt Zeit um über die Tage mit dem Motorrad gemeinsam nachzudenken.
Wir bleiben hier 2 Tage.

von Waterberg Plateau zum Etosha 19.11

Wir fahren weiter zur Ethosha Aoba Lodge weiterfahren, die in einem 36.000ha großem privaten Naturschutzgebiet liegt. In der wunderschön gelegenen Lodge werden wir freundlich mit einem kühlen Drink empfangen. Wir beziehen das Challet und ruhen uns einwenig aus.
Auch hier wird ein Sundown-Gamedrive angeboten, wo Tiere in freier Wildbahn zu sehen sind. Der Sonnenuntergang ist herrlich. Am Abend genießen wir die sehr freundliche Atmosphäre beim Abendessen. Wir lernen hier auch Patricia kennen, die alleine unterwegs ist und sich recht gut auskennt.

Etosha-Nationalpark 20.-21.11

Am nächsten Tag fahren wir durch den Etosha-Park, zunächst müssen wir das Permit für 2 Tage kaufen. An vielen Stellen stehen Autos, wir halten dann auch und können wegen der geringen Bauhöhe des Toyota Yaris meistens nur in die Büsche sehen, doch wir erspähen schließlich doch noch Löwen und Elefanten auf der Straße sowie eine Menge an Strauße, Zebras und Gnus, sowie Springböcke.
Einen Abstecher zur Etosha Pfanne muss auch sein. Dort stehe ich ganz alleine, keine Seele weit und breit am Rand der 6200m² großen Lehmpfanne, die durch tektonische Aktivitäten vor ca. 4 Millionen Jahren entstand..

Als wir am späten Nachmittag im Okaukuejo Restcamp ankommen, sind wir ein wenig von dem staatlichen Camp enttäuscht, hier sind nun die Massen untergebracht. Die Ruhe privater Lodges ist hier nicht zu finden. Dennoch ist der Service recht gut.
Wir bleiben hier 2 Tage lang und genießen nach dem Abendessen, dass sehr gut ist, die Ruhe am beleuchteten Wasserloch. Leider sind die Tiere recht zögerlich, weil sie ja zu dieser Zeit überall genügend Wasser finden und den Touri-Rummel nicht benötigen. Dennoch kommen zwei Spitzmaulnashörner und einige Giraffen an das Wasserloch. Am nächsten Tag machen wir noch mal eine Runde durch den Park, fahren einige Wasserlöcher an und finden alle Tiere, die wir zu sehen wünschten.

zur Mount Etjo Lodge 23.11

Unser Tour führt uns weiter zur Mount Etjo Safari Lodge, die sich im Herzen des Okonjati Wildreservats befindet. Sie ist eines der ersten Privatreservate in Namibia und wurde von dem weltberühmten Naturschützer Jan Oelofse gegründet.

Am späten Nachmittag wird auch hier ein Gamedrive angeboten. Wir machen gerne mit und sind auch gleichzeitig über die Art des Tourismus entsetzt. Offenbar werden hier Tier „angesiedelt“ um sie dem Touristen auf einfache Weise zu präsentieren. Der Wagen fährt gefüllt mit überwiegend alten Leuten durch die Landschaft der großen Farm. Wir bekommen verschiedene Antilopenarten , Zebras, Giraffen und Gnus zu sehen . Irgendwann treffen wir auf den Höhepunkt – die Nasshörner. Die insgesamt drei Fahrzeuge umkreisen die Gruppe von 7 Nashörner und wir die Touristen können fotografieren.

In der Ferne entwickelt sich ein gewaltiges Gewitter und wir fahren zurück zu Lodge. Gott sei Dank kommt der Regen nicht über der Lodge herunter, trotzdem wird drinnen gegessen. Das Abendessen ist ein besonderes Erlebnis, der Rundbau ist wunderschön eingerichtet, leicht schummriges Licht und leise Musik. Das Kudu- und Oryxfleisch ist gegrillt, dazu gibt es lecker Salat und Kürbis. Als krönenden Abschluss gibt es noch ein Eis und Gesang der Bediensteten. Wir können die Bremer Touristen nicht verstehen, die da wegen der Dunkelheit und „miefigen“ Geruchs zu meckern beginnen aber Gott sei Dank den Saal recht zeitig verlassen.
Wir sitzen noch lange im Garten und genießen die Wärme von Namibia. Morgen geht der Flieger zurück nach Hause.

Es heißt packen alles verstauen und los fahren Richtung Windhoek. Leider haben die starken Regenfälle in der Nacht die Straße etwas „matschig“ gemacht. Bei zwei Wasserdurchfahrten müssen wir erstmal untersuchen, wo wir überhaupt durchkommen, mit Vollgas fahre ich durch die Brühe und bleibe nicht stecken. Der Unterboden des Autos ist auch für die Sanddurchfahrten stabil genug. Es knallt ganz schön laut als wir die Sanddurchfahrten auch mit viel Schwung nehmen. Da hängen zu bleiben ist nicht witzig.
Als wir die Asphaltstraße nach ca. 60 km erreichen, müssen wir das erste mal auf der Reise zugeben, „Gott sei Dank, endlich Asphalt“. Mit den Mopeds wäre uns diese Aussage nie über die Lippen gekommen.

Mit einem Zwischenstopp beim Kunsthandwerkermarkt in Okahandja geht es zurück nach Windhoek. Es bleiben noch ein paar Stunden bis wir zum Flughafen müssen, und so genießen wir noch einen Kaffee im „Zoo-Café“, erstehen noch ein paar Mitbringsel und fahren zum Flughafen. Das Auto abgeben dauert nicht mal 15 Minuten, obwohl es alle als eine „echt afrikanische Angelegenheit“ bezeichnet hatten. So sitzen wir wieder viel zu lange am Flughafen und „warten“ auf die Heimreise. Bei ca. 25° C gings um 20:30 Uhr Richtung Frankfurt/Main wo wir um 5:30 Uhr bei 0°C und Schnee landeten. Wir sind wieder in Deutschland.

 

 

 

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